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Raus aus der Schablone: Mut zu beruflicher Selbstverwirklichung

Foto Raus aus der Schablone: Mut zu beruflicher Selbstverwirklichung

Montagmorgen. Der Wecker reißt uns aus dem Schlaf. Es folgt die übliche Morgenroutine, das Runterspulen des Arbeitstages und am Abend das Gefühl, dass sich das alles nicht richtig anfühlt. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Manchen wohl mehr, manchen wohl weniger. Fakt ist aber: Viele Menschen sind beruflich unzufrieden, schaffen es aber nicht einen Veränderungsprozess in Bewegung zu setzen.

Warum das schwerfällt, sich berufliche Selbstverwirklichung aber immer lohnt - Darüber schreiben wir im aktuellen Blog.

Wir streben nach Erfüllung. Wir streben nach Sicherheit.

Wir möchten oft zu viel und am besten alles auf einmal. Wir wollen uns beruflich selbst verwirklichen, aber gleichzeitig Sicherheit und Stabilität nicht aufgeben. So funktioniert das aber leider nicht, denn wer nach einem erfüllenden Job strebt, der muss auch riskieren, ausprobieren und einmal ins kalte Wasser springen. Und was bringt uns die Sicherheit, wenn sie uns nicht glücklich macht? Warum uns Veränderungen häufig schwerfallen, ist rasch erklärt: Es liegt einerseits an uns persönlich. An unseren Ängsten und der Tatsache, dass wir uns häufig selbst zu wenig zutrauen. Wie soll ich nach 20 Jahren in meinem Job noch etwas anderes machen? Kann ich von meiner Selbstständigkeit tatsächlich leben? Ich bin Vater oder Mutter und will jetzt noch eine Ausbildung absolvieren? Diese und viele andere Fragen hemmen uns und halten uns fest im Hamsterrad. Andererseits ist es aber auch das Umfeld, das uns häufig eher zur sicheren Variante als zum neuen beruflichen Abenteuer rät. Ein fehlender Zuspruch von außen hindert viele an der beruflichen Selbstfindung, weil wir zu viel Wert auf die Meinung anderer legen, anstatt auf uns selbst zu vertrauen. Die Folge: Keine Veränderung und damit auch keine berufliche Selbstverwirklichung.

Kleine Schritte ergeben am Ende den Weg.

Doch, wer seine Berufung zum Beruf machen, neue Wege einschlagen und sein Leben damit nachhaltig glücklicher gestalten möchte, muss nicht alles hinwerfen und von heute auf morgen eine 360-Grad-Wendung hinlegen. Nein, ganz im Gegenteil. Viel wichtiger ist, seine beruflichen Bedürfnisse wahrzunehmen, ihnen aufmerksam zu lauschen und eine Veränderung in Gang zu setzen. Der erste Schritt kann beispielsweise eine berufsbegleitende Ausbildung sein, in der wir uns unserem eigentlichen Berufswunsch annähern, uns fachlich weiterbilden und andere Menschen mit ähnlichen Wünschen kennenlernen können. Im Austausch mit anderen Menschen werden wir schnell feststellen, was alles möglich ist. Vor allem aber auch, dass wir mit unserer Jobunzufriedenheit nicht alleine sind. Gerade, wenn aus dem eigenen Umfeld die Unterstützung für eine berufliche Veränderung fehlt, ist der Kontakt zu Gleichgesinnten wesentlich. Gegenseitiger Zuspruch, Erfahrungen anderer und ein Gemeinschaftsgefühl eröffnen oft neue Optionen und ebnen neue Weg.

Nicht alles müssen wir alleine schaffen: Mit Unterstützung ans Ziel.

Nicht jeder, der mit seinem aktuellen Arbeitsplatz oder Arbeitsfeld unzufrieden ist, weiß, was er verändern soll. Das liegt häufig auch daran, dass wir nicht wissen, welchen Beruf wir eigentlich ausüben möchten und welche vielfältigen Möglichkeiten zur Umorientierung es heutzutage gibt. Wir sind zu festgefahren in der Routine und haben zu lange nichts Neues angepackt. Die gute Nachricht: Wir müssen nicht alles alleine schaffen. Es ist in Ordnung sich professionelle Unterstützung zu suchen und etwa in einer psychosozialen Beratung Pläne und Perspektiven für die Zukunft zu erarbeiten. Eine außenstehende, neutrale und vor allem kompetente Person kann gezielt Impulse setzen, die richtigen Fragen stellen und den Weg aus dem beruflichen Hamsterrad unterstützen. Mit Hilfe zur Selbsthilfe wird oft eine wunderbare Reise in Richtung mehr Selbstkenntnis, Selbstfindung und damit Selbstverwirklichung gestartet. Nicht immer braucht es eine längerfristige Begleitung um eine berufliche Perspektive zu erarbeiten. In manchen Fällen reicht auch ein Informationsgespräch bei Ausbildungsinstituten, um den Funken zu zünden und den inneren Wunsch in konkrete Handlungen umzusetzen. Wichtig ist, den ersten Schritt zu setzen und offen für einen Veränderungsprozess zu sein.

Lebenslanges Lernen: Warum nicht?

Schule, Ausbildung und dann ein Leben lang im selben Job. Kommt Ihnen das bekannt vor? Beständigkeit im Beruf, Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber und lieber kein riskanter Wechsel. Das galt in der Arbeitswelt lange Zeit als Empfehlung. Doch die Zeiten ändern sich und lebenslanges Lernen ist ein wichtiges Schlagwort geworden. Lernen ist nicht mehr beschränkt auf Kindheit und Erwachsenwerden. Nein, es ist vielmehr etwas, das uns ein Leben lang begleiten sollte. Und Fakt ist: Uns stehen heute mehr berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten offen als jemals zuvor. Ob Vollzeit, Teilzeit oder abends. Ob Online- oder Offlinekurse. Ob ein Wochenende oder doch über mehrere Monate. Wer sich informiert, wird rasch erkennen, wie viele Optionen es für Weiterbildung und damit berufliche Veränderung gibt. Im Unterschied zum Kindes- oder Teenageralter ändert sich häufig nicht nur die Klarheit über berufliche Vorstellungen, sondern auch die Freude am Lernen. Der Grund ist, dass der Bildungsweg in jungen Jahren stärker vom Elternhaus vorgezeichnet wird. Im Erwachsenenalter ist Bildung hingegen selbstbestimmter. Wir kennen uns besser, haben mehr Lebenserfahrung um Ausbildungsinhalte auf reale Situationen umzulegen und nehmen am Ende auch mehr mit.

Berufliche Weiterentwicklung: Das bedeutet nicht automatisch Unzufriedenheit im Job.

Nicht jeder, der sich im Rahmen einer Ausbildung weiterentwickelt, ist mit seiner aktuellen Tätigkeit unzufrieden. Zum Glück. Manchmal besteht trotz Zufriedenheit mit Job, Aufgaben und Arbeitgeber der Wunsch Neues kennenzulernen und sich weiterzubilden. Auch dann sollten wir diesem Bedürfnis nachgeben und uns über potenzielle Kurse informieren. Wichtig ist in diesem Fall eine offene und ehrliche Kommunikation mit dem Arbeitgeber. Wer klarstellt, dass er die Aus- und Weiterbildung in seinem beruflichen Kontext anwenden und damit seinem Arbeitgeber etwas bieten kann, der zeugt nicht nur von Mut und Lernbereitschafft, sondern öffnet möglicherweise auch Türen innerhalb eines Betriebes und auf der Karriereleiter.

Sexualberatung, tiergestützte Beratung oder Life Coach – Sei du selbst.

Viele Menschen haben Angst ihrer Berufung nachzugehen, weil sie denken, ihre beruflichen Vorstellungen seien unrealistisch, schwer umsetzbar und nicht solide genug, um davon zu leben. Hinzukommt, dass viele Berufsbilder schlichtweg neu sind und damit weniger bekannt als „alteingesessene“ Jobs. Während jeder weiß, was eine Sekretär*in, ein Bäcker*in oder ein Arzt*in tut, sind andere Berufe, wie Sexualberatung, tiergestützte Beratung oder psychologische*r Berater*in, noch weniger verankert in der Gesellschaft. Das sollte uns aber nicht davon abhalten unseren Weg zu gehen. Ganz im Gegenteil. Denn, wer selbst von dem überzeugt ist, was er macht, kann auch andere davon begeistern. Vor 50 Jahren gab es beispielsweise auch noch keine Smartphone-Hersteller oder App-Entwickler*innen, heute sind dies millionenschwere Industrien. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich bei psychosozialen Berufen ab. Unsere Wohlstandsgesellschaft ist materiell zunehmend gesättigt und die Offenheit gegenüber der eigenen Psyche, emotionalen Themen und einer gelebten Selbstverwirklichung steigt. Damit nimmt auch die Nachfrage nach psychosozialen Beratungen und Selbsterfahrungenzu. Wichtig ist, bei der Verwirklichung der beruflichen Vorstellungen Expertise einzuholen und vor allem bei „neueren“ Berufsbildern den rechtlichen Rahmen abzustecken. Viele wissen etwa nicht, dass für den Beruf des „Life Coach“ eine Ausbildung zum Lebens- und Sozialberater und der daran geknüpfte Gewerbeschein Voraussetzung ist. Wer seine beruflichen Pläne gut durchdenkt und rechtlich konform umsetzt, erspart sich Schwierigkeiten und kann sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Glücklicher arbeiten und besser leben.

Was wir gerne machen, machen wir in der Regel auch besser. Alleine deswegen lohnt es sich aus der beruflichen Schablone auszubrechen, wenn die Unzufriedenheit mit der aktuellen Jobsituation auf Dauer überwiegt. Denn unser Leben gleicht einem großen Puzzle, dessen einzelne Teile sich zu einem großen Ganzen vereinen. Das bedeutet, dass unsere berufliche (Un-)Zufriedenheit auch unsere Partnerschaft, unsere Familie, unsere Freizeit und die gesamte Lebensplanung beeinflusst. Nicht selten haben Probleme mit sich selbst, mit den Partner*innen oder mit der Familie ihren Ursprung (unter anderem) auch im Beruf. Überforderung, Unterforderung, Unzufriedenheit, ein angespanntes Verhältnis zur Führungskraft oder Perspektivenlosigkeit sind auf Dauer belastend und wirken sich auf andere Lebensbereiche aus. Damit das nicht passiert, sollten wir rechtzeitig auf uns selbst hören, Unstimmigkeiten wahrnehmen und Mut zur Veränderung haben.


Silvia Podlisca

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