Täterberatung

Wo kein Täter da kein Opfer!

Arbeit mit (potenziellen) Tätern und Täterinnen

In der psychologischen Beratung konzentriere ich mich dabei neben der Beratung von Opfern ganz bewusst auf die Arbeit mit Tätern und Täterinnen, die einen Rückfall vermeiden wollen sowie auf Männer und Frauen, die befürchten, zum Täter oder zur Täterin zu werden. Als absolutes Tabu gelten nach wie vor Frauen, die zu Täterinnen werden – übrigens verhält es sich bei männlichen Opfern ebenso – und das obwohl nach einem Bericht der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung davon ausgegangen wird, dass zehn Prozent aller sexuellen Gewalttaten von Frauen verübt werden. Dies passt so gar nicht in das Rollenbild unserer Gesellschaft. Da aber ein Problem nicht gelöst wird, indem man es ignoriert, führe ich hier – wie Ihnen vielleicht schon aufgefallen ist – ganz bewusst die Begriffe „Täter und Täterinnen“ an. Die präventive TäterInnenarbeit ist für mich dabei eine der wichtigsten Teilgebiete meiner Profession, denn wo es keine Täter (mehr) gibt, kann es auch keine Opfer (mehr) geben.

Potenzielle Täter und Täterinnen, die sich noch keine Straftat zu schulden kommen haben lassen, finden in Österreich wenige Angebote, die speziell für sie entwickelt wurden. Die Hemmschwelle, sich Hilfe zu suchen, ist somit besonders groß, vor allem auch, weil die Angst vorherrscht, für die eigenen Phantasien, Wünsche oder vielleicht in der Vergangenheit begangenen Taten vorverurteilt zu werden. 

Gleichzeitig wird seitens der potenziellen TäterInnen aus Angst und Scham versucht, sich ihr Problem innerlich klein zu reden: Es ist ja noch nichts passiert! Ich brauche diese Hilfe nicht. Allerdings ist es oft nur ein kleiner Schritt zwischen Phantasie und Realität  häufig drehen sich bei Betroffenen alle Gedanken nur mehr um die eigenen Triebe, sodass ein normaler Alltag kaum mehr möglich ist.
Bis zur aktiven Handlung ist es hier nicht mehr weit: Genau an diesem Punkt setzt meine Arbeit an. Ich m
öchte Sie in Ihrer Situation auffangen, Ihnen ein Netz des Vertrauens bieten an einem neutralen Ort, an dem für niemanden ersichtlich ist, mit welchem Anliegen Sie zu mir kommen.

Wiewohl ich die enorme Überwindung, die es potenziellen TäterInnen kostet, sich Hilfe zu holen, verstehen kann, macht es mich umso betroffener, dass diese oft Angst haben müssen, über ihre Befürchtungen und Phantasien offen zu sprechen. Dabei ist mir besonders wichtig zu betonen, dass Phantasien sind, was sie sind:
N
ämlich fiktive Gedankenspiele im Kopf. 

Eine Phantasie alleine, macht aus einem Menschen noch keinen Täter und keine Täterin. Auch wenn es sich um die gesellschaftlich mit dem größten Tabu behafteten Phantasien nämlich um pädophile Gedanken handelt, bleiben es erst einmal Gedankenkostrukte. Hier ist auch die sprachliche Vermischung der Begriffe mit verantwortlich für das große absolut nachvollziehbare Unbehagen in der Gesellschaft, welches diese Neigung auslöst: Pädophilie an sich ist ausschließlich die empfundene Neigung. Erst, wer in die Handlung geht, wird zum Täter bzw. zur Täterin und ist somit als pädosexuell zu bezeichnen.

Wenn Sie

  • belastende Gewaltphantasien quälen,
  • Sorge haben, Ihre sexuellen Neigungen nicht im Griff zu haben,
  • ein Verlangen immer wieder am Leben eines für Sie passenden Alltags hindert,
  • Ihre Neigungen und Wünsche am Ausleben einer befriedigenden Sexualität hindern,
  • bemerken, dass Sie immer noch einen (gefährlichen) Schritt weitergehen,
  • Angst haben, zum Täter bzw. zur Täterin zu werden,

zögern Sie nicht, sich einen Beratungstermin am IFGE bei mir auszumachen. Was immer Sie auch belastet, hier finden Sie ein offenes Ohr. In unserem Gespräch sehe ich Sie als der Mensch, der Sie sind, mit all dem, was Sie führt. Das bedeutet, dass Sie sich in meinen Beratungsräumlichkeiten mit all Ihren Gedanken, Sorgen und Anliegen in Ihrem Tempo entfalten und weiterentwickeln können – frei von Urteilen und Wertungen suchen wir gemeinsam nach für Sie passenden Lösungen, damit Sie zukünftig lernen, mit Ihren Phantasien umzugehen, ohne eine strafbare Handlung zu setzen. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle nicht verschweigen, dass dies oftmals einen lebenslangen Prozess bedeutet. Aus diesem Grund gibt es in der TäterInnen-Beratung auch ganz klare Richtlinien und Regeln, auf deren Einhaltung von mir zu Ihrem Wohl genau geachtet wird. Nicht zum Täter oder zur Täterin zu werden, heißt für Betroffene, konsequent und intensiv an sich selbst zu arbeiten. Dafür biete ich Ihnen gerne einen wertschätzenden Raum: Denn Ihre Neigung haben Sie sich nicht ausgesucht, aber es liegt ganz allein an Ihnen, ob Sie aus Phantasien sexuelle Gewalttaten entstehen lassen, die durch absolut nichts zu rechtfertigen sind.

Selbstverständlich biete ich Ihnen dabei ebenso die tiergestützte Begleitung Ihres Beratungprozesses an. In der TäterInnen-Beratung kommen vermehrt die Institutskatzen zum Einsatz, durch die Sie besonders rasch ein Gefühl für Ihre eigenen Grenzen – aber vor allem auch für die Grenzen anderer – entwickeln. Katzen agieren in der Beratung wesentlich eigensinniger als Hunde. Sie zeigen den KlientInnen durch plötzliches Wegspringen ohne Umschweife unmittelbar und deutlich an, was ihnen missfällt. Wenn das Signal des Wegspringens – also diese von den Katzen gesetzte Grenze – von KlientInnen missachtet wird, kann dies durchaus auch ausgefahrene Krallen zur Konsequenz haben. Durch die so entstehende, passende Einschätzung unterschiedlicher Grenzen gelingt es Ihnen leichter, Ihre Neigungen und Sehnsüchte kontrollieren und die Grenzen des Gegenübers akzeptieren zu lernen. Unsere Institutskatzen geben dadurch sehr deutlich die am IFGE gelebte Philosophie wieder: Sie bewerten Ihre mitunter quälenden Gedanken und Wünsche nicht, doch für Ihre Handlungen in der Beratung werden Ihnen von den Katzen Konsequenzen aufgezeigt. 

Das oftmalig dominante und aufdringliche Auftreten von TäterInnen wird wiederum von Institutshündin Sally im Beratungsprozess immer wieder deutlich gespiegelt. Dadurch sehen KlientInnen eindrucksvoll, wie sich unangebrachtes Verhalten auswirkt. Denn ich lasse eben jenes von Sally gelegentlich gezeigte Dominanzverhalten weder in den Beratungseinheiten noch in der Freizeit durchgehen. Dadurch erkennen vorwiegend männliche Klienten häufig zum ersten Mal bewusst, dass es Frauen gibt, die sich dominantes und unangebrachtes Verhalten weder gefallen lassen noch es tolerieren und dass Frauen damit absolut selbstbestimmt umgehen können. Katzen suchen auf der anderen Seite jedoch auch Ihre Nähe, wollen von Ihnen gestreichelt werden und helfen Ihnen dadurch, sich zu entspannen und auf die Beratung einzulassen. Sie stellen durch ihre Sanftheit – ebenso wie der Beschützerinstinkte weckende Mops Pluto – ganz von selbst ein Gegengewicht zu der Dominanz so mancher (potenziellen) TäterInnen bzw. zur Dominanz ihrer Phantasien dar. Durch dieses mitunter recht liebevolle und sanfte Verhalten unserer Institutstiere, erlauben Sie sich mehr und mehr, zur Ihren eigenen sanften und liebevollen Seiten wieder einen (neuen) Zugang zu finden.


Beratung mit tierischer Unterstützung oder ohne? -  Sie können frei entscheiden!

Hier finden Sie Informationen zur tiergestützte psychologische Beratung.

 

Unser Institut teilt sich in eine komplett tierfreie Zone, in der unsere Selbsterfahrungsangebote ohne tierische Begleitung stattfinden sowie in einen Bereich, in dem sich unsere Institutstiere aufhalten.  

Termine sind jederzeit nach Vereinbarung unter +43 676 610 89 36 möglich!