Opferberatung

Gewalt – mit oder ohne sexueller Komponente – zu erleben, ist für viele Menschen eine traumatische Erfahrung, die – ohne in Anspruch genommene Hilfe – oft das gesamte weitere Leben auf den Kopf stellt. Vielfach ist es das eigene Umfeld, das durch Schockreaktionen, Bewertungen und unbedachte Äußerungen die (sexuelle) Gewalterfahrung zu einer besonders intensiven Belastung für das Opfer werden lässt. Psychologische Beratung kann das Geschehene natürlich nicht ungeschehen machen, hilft aber dabei, das Erlebte zu verschmerzen und als Teil der eigenen Biographie so in das Leben zu integrieren, dass dieses gut weiter gehen kann. 

Wie oben bereits ersichtlich, beschränken sich Gewalterfahrungen nicht ausschließlich auf Sexualstraftaten. Beispielsweise nimmt das Phänomen Stalking zu, wodurch es in diesem Bereich der – vorwiegend psychischen – Gewalt immer häufiger zu Opfern kommt. Leider ist auch häusliche Gewalt ein verbreitetes sowie höchst belastendes Thema in Familien und zwar sowohl für die TäterInnen, die Opfer als auch deren Angehörige. Wiewohl jede Tat als absolut individuell zu betrachten ist, ähneln sich die belastenden Gefühle (siehe weiter unten) der Opfer von psychischer, körperlicher oder sexueller Gewalt in vielen Fällen. Da in Österreich noch immer jede dritte Frau von sexueller Gewalt betroffen ist, möchte ich im Folgenden die Emotionen der Ohnmacht, Verzweiflung, Wut, Scham und Hilflosigkeit, welche die Oper nach einer Gewalttat oder in einem gewalttätigen Umfeld empfinden, im besonderen am Beispiel von sexueller Gewalt deutlich machen.

Sexuelle Gewalt

Oftmals suchen sich Opfer sexueller Gewalt leider sehr spät oder gar keine Hilfe. Dies liegt vor allem daran, dass Scham und Schuldgefühle vorherrschende Emotionen sind, welche Opfer nach einer Gewalterfahrung empfinden. „Habe ich nein gesagt?“, „Warum habe ich mich nicht gewehrt?“, „War mein Rock vielleicht doch zu kurz?“, „Habe ich missverständliche Signale gesendet?“ sind dann oft Fragen, die sich in Opfern zu immer größeren Selbstvorwürfen hochschaukeln.

Dabei wird oft vergessen, dass es eine völlig normale Reaktion des menschlichen Organismus ist, in Schocksituationen zu erstarren. Die Starre ist neben Kampf, Flucht und Unterwerfung eines der wesentlichen Reaktionsmuster des Körpers und der Psyche auf extreme Stresssituationen – und das schon seit Urzeiten. Jede dieser Reaktionen gehört zu menschlichen Bewältigungsstrategien, die als völlig gleichwertig zu betrachten sind. Manche Menschen sind dagegen einfach nur froh, dass die Tat vorbei ist und wollen sich in einer Beratung oder Therapie nicht nochmals der Ohnmacht und Machtlosigkeit ausliefern, die sie erlebt haben. Deshalb beschließen viele – insbesondere männliche – Opfer, ganz aktiv das Geschehene zu verdrängen. Die bewusste Verdrängung traumatischer Erlebnisse gehört dabei genauso zu menschlichen Bewältigungsstrategien wie das völlige Vergessen des Erlebten (Dissoziation) oder die Abspaltung von Gefühlen und Wahrnehmungen auf der körperlichen sowie emotionalen Ebene.

Vielfach halten Menschen das Erlebte auch nicht „für schlimm genug“, um in die Beratung zu gehen. Doch sexuelle Gewalt – die bereits bei anzüglichen Blicken beginnen kann – ist nicht in „schlimm“ oder „weniger schlimm“ zu kategorisieren. Während manche Menschen selbst brutale Vergewaltigungen in ihr Leben integrieren und damit gut weiterleben können, verschmerzen andere eine grenzüberschreitende Berührung über Jahre hinweg nicht. Unterschiedliche Empfindungen und Bewältigungsstrategien sind im menschlichen Erleben völlig normal und jede davon darf gesehen und gehört werden.

Egal, was Sie also denken, was Sie vielleicht (nicht oder falsch) gemacht haben: Nichts davon rechtfertigt den gewaltsamen Übergriff, der Ihnen angetan wurde! Sie haben sogar alles richtig gemacht, denn Sie haben ÜBERLEBT und die für Sie bestmögliche Überlebensstrategie instinktiv gewählt. Und egal, als wie schlimm oder nicht schlimm Sie Ihre Erfahrung für sich bewerten, ich nehme mir die Zeit, die Sie benötigen, um wieder handlungsfähig zu werden und um Schritt für Schritt Lösungen zu entdecken, die Ihnen bei der Bewältigung Ihrer Erlebnisse helfen.

anfänglich ist Rikki noch schüchtern...
anfänglich ist Rikki noch schüchtern...

Hierbei unterstützen mich am IFGE – wenn es von Ihnen gewünscht ist – die Institutstiere, welche für die Beratung von KlientInnen sorgsam ausgebildet wurden. Gerade in der Beratung von Opfern habe ich immer wieder erlebt, wie zielgenau die Katzen und Hunde spüren, wann meine KlientInnen Trost oder Schutz brauchen. In den doch recht schwierigen und schmerzhaften Momenten der Bewältigungsphase liegt die Katze Roxxi fast immer schnurrend am Schoß, um KlientInnen zu beruhigen und Ihnen Mut zu geben. Rikki hingegen ist zu Beginn häufig noch ein wenig schüchtern. Sie traut sich aber nach einiger Zeit immer mehr zu und wenn sie etwas Vertrauen zu Ihnen gefasst hat, wird sie gar nicht mehr aufhören wollen, in Ihrer Beratungseinheit mit Ihnen zu spielen und sich dazu auch immer mehr auf Streicheleinheiten von Ihnen freuen.

Die Hunde hingegen liegen zumeist sehr ruhig zu Ihren Füßen, dösen und vermitteln dadurch ein beruhigendes Gefühl der Sicherheit. Sally bleibt jedoch auch in diesem ruhenden Zustand immer sehr wachsam und reagiert auf jede Regung im Raum. Sie fungiert dadurch wie die Beschützerin über Ihren Beratungsprozess, wodurch Sie es sich erlauben können, sich intensiv mit Ihrem inneren Erleben auseinanderzusetzen. Im gleichen Maße verstehen es die Tiere aber auch sehr treffend – zur rechten Zeit –, durch ihre spontanen Einfälle den Beratungsprozess zu erheitern und Platz für Leichtigkeit und Lebensfreude freizulegen. Sie werden außerdem merken, wie das Streicheln der Hunde Pluto und Sally Ihren Stresslevel senkt. Nach einer belastenden Erfahrung fällt es KlientInnen oft leichter, Ihre Vertrauensfähigkeit zuerst wieder im Umgang mit den Tieren zu entdecken, die ihnen durch den regelmäßigen Kontakt auch ein Stück weit das Gefühl von Sicherheit zurückgeben können.

Ricki gewinnt an Vertrauen und Mut
Ricki gewinnt an Vertrauen und Mut

Dass Vertrauen wieder gelingen kann, zeigt Ihnen besonders Rikki dadurch, dass sie sich im Zuge der gemeinsamen Zeit immer mehr auf Sie einlassen wird. Gleichwohl reduzieren Sie die Tiere nicht auf Ihre Erfahrungen, sondern nehmen Sie als den gesamten Menschen wahr, der sie sind – mit Ihrer Gewalterfahrung.  Die Tiere zeigen Ihnen, dass Sie genauso liebenswert wie vor Ihrer Erfahrung sind und dass in Ihrem Leben immer noch Platz für Spaß und Leichtigkeit ist, obwohl Sie Gewalt erlebt haben. Dadurch erlauben Sie sich mitunter bereits nach kurzer Zeit, das Erlebte zu bewältigen ohne langfristig belastende oder ärztlich bzw. psychotherapeutisch behandlungsbedürftige Folgen befürchten zu müssen. Je früher Sie nach einer Gewalterfahrung mit psychologischer Beratung beginnen, umso leichter gelingt es Ihnen, für das Erlebte Bewältigungsstrategien zu entwickeln, mit denen Sie Ihre Erfahrung frei von dauerhaft gesundheitsschädigenden Folgen in Ihr Leben integrieren können.

Ein geschützter Rahmen mit viel Zeit -

bis eine neue Perspektive erblühen kann.

Ich bin für Sie da.


Termine sind jederzeit nach Vereinbarung unter +43 676 610 89 36 möglich!


Beratung mit tierischer Unterstützung oder ohne? -  Sie können frei entscheiden!

Hier finden Sie Informationen zur tiergestützte psychologische Beratung.

 

Unser Institut teilt sich in eine komplett tierfreie Zone, in der unsere Selbsterfahrungsangebote ohne tierische Begleitung stattfinden sowie in einen Bereich, in dem sich unsere Institutstiere aufhalten