Angehörige von Opfern und TäterInnen

Wenn eine Gewalttat passiert – ganz gleich ob es sich dabei um sexualisierte oder andere Formen von Gewalt handelt – gilt die gesamte Konzentration sowohl den TäterInnen als auch den Opfern

Für die Gefühle der Angehörigen wird oftmals wenig bis kein Raum geschaffen. Was in der Akutsituation verständlich ist, bringt die Angehörigen im Alltag aber völlig an den Rand. Gefühle der Vernachlässigung stellen sich ein. Die Ambivalenz zwischen Verständnis, Wut, Scham, Mitgefühl sowie der Emotion, selbst unterzugehen und langsam unsichtbar zu werden, belastet enorm.
Hinzu kommt die moralische Instanz, die meint: „Mir ist ja eh nix passiert.“ Aufgrund dieser emotionalen Instanz reden sich Angehörige oft ein, keine Zuwendung zu benötigen. Ich versichere Ihnen: DOCH, diese Zuwendung braucht jede und jeder! Der innere Wunsch danach ist absolut verständlich und berechtigt. „Bitte sieh auch mich, denn auch ich brauche Hilfe“ ist ein häufiges inneres Anliegen von Angehörigen, auf das diese oft meinen, kein Recht zu haben.

Wenn gewalttätige Erfahrungen von nahestehenden Personen oder Familienmitgliedern berichtet werden oder ans Licht kommen, fühlen sich Angehörige oft in einem Strudel aus belastenden Gefühlen wieder: Diese Emotionen können von Angst, Wut, Zorn, Scham über Unsicherheit, Ungläubigkeit und vor allem Hilflosigkeit sowie Handlungsunfähigkeit bis hin zu Machtlosigkeit reichen.

Als Angehörige von TäterInnen beschleicht Menschen oft ein Gefühl der Mitschuld oder Verantwortung. Scham, Ungläubigkeit, sowie Ohnmacht und Starre verhindern hier in vielen Fällen, sich in einer Beratung zeitgerecht Hilfe zu holen. Dabei ist die psychologische Begleitung gerade für das nahe Umfeld von TäterInnen eine wesentliche Möglichkeit, um mit der Tat des nahe stehenden Menschen umgehen zu lernen. 

 

Denn auch wenn etwa der Vater zum Straftäter wurde, bleibt er immer noch der eigene Vater. Und dieser Vater darf weiter geliebt werden, auch wenn es dabei wichtig ist, die Verantwortung der Tat zu hundert Prozent beim Vater zu lassen. Dies ist oft ein schwieriger Prozess – egal welche Emotion vordergründig ist. Das Paradoxe daran ist, je mehr man Vater nach einer Straftat verleugnet und ablehnt, umso mehr Leid erzeugt es. Denn die Liebe lässt sich nicht so einfach ausschalten, da im psychischen Erleben des Menschen diese Form von „gestern noch geliebt – heute gehasst“ nicht oder nur auf unpassende Weise funktioniert.

Auch Angehörige von Opfern fühlen sich häufig schuldig und überfordert. Die Frage, ob man die Tat nicht hätte verhindern können, dreht sich in den Köpfen der betroffenen Personen oft in einer Dauerschleife, außerdem beschleicht sie immer wieder eine extreme – oftmals durchaus verständliche – Wut auf den Täter oder die Täterin. Manchmal erleben Angehörige die gleiche Ohnmacht und Hilflosigkeit wie das Opfer selbst. Werden diese Gefühle nicht verarbeitet, können sie chronisch werden und zukünftige Lösungen für das eigene Erleben verhindern sowie zu körperlichen Symptomen führen. Besonders hilf- und machtlos fühlen sich betroffene Eltern und auch Geschwister – die sich in solchen Fällen oft völlig vergessen fühlen, da die gesamte Aufmerksamkeit dem zum Opfer gewordenen Geschwisterkind gilt. Ebenso belastend kann die Hilflosigkeit für die eigenen Kinder oder Freunde werden, vor allem dann, wenn das Opfer selbst keine weiteren Schritte setzen möchte.

Angehörige von Opfern belasten sich zusätzlich auch mit inneren Vorwürfe, da es ihnen häufig nicht möglich ist, in der aktuellen Situation Mitgefühl zu zeigen. Dies wird dadurch nachvollziehbar, dass die Angehörigen selbst mit dieser Situation derart überfordert sind, dass „harte Reaktionen“ als die einzigen Handlungsmöglichkeiten erlebt werden. Sätze wie
„Stell dich nicht so an!“, „So schlimm ist das doch gar nicht!“ oder „Warum hast du kein Taxi genommen?“ sind dann die Ergebnisse dieser Überforderung.

 

Das Gefühl, auf seine eigenen Emotionen kein Recht zu haben, da man die Tat ja weder selbst begangen noch erlebt hat, sorgt bei Angehörigen oft für Scham, welche leider häufig verhindert, dass sie sich an Beratungsstellen werden. Männer leiden zudem immer wieder darunter, die Tat nicht verhindert und das Opfer nicht beschützt zu haben.

 

Es ist wichtig, zu verstehen, dass eine einzige Tat nicht nur das Leben von TäterInnen und Opfern auf den Kopf stellen, sondern diese sich auf das gesamte Familiensystem und Umfeld auswirken kann. Auf jedes Ihrer Gefühle haben Sie somit absolutes Anrecht. In meinem Institut findet jede Ihrer Emotionen den Platz, den Sie ihnen einräumen möchten und Sie finden die Ruhe und Zeit vor, die Sie für das Verarbeiten Ihrer Erlebnisse als Angehöriger benötigen. In der psychologischen Beratung finden Sie zudem Lösungen, wie Sie langfristig mit Ihren Erfahrungen umgehen können. Lesen Sie mehr über meine Philosophie am IFGE.

Sie können sich in meinem Institut frei zwischen der klassischen psychologischen Beratung und der tiergestützten Begleitung Ihres Beratungsprozesses entscheiden. Während der tiergestützten Arbeit assistieren mir unsere vierbeinigen Co-Berater, die speziell für diese Aufgabe ausgebildet wurden, damit Sie in einem optimalen Rahmen zu Ihren Lösungen finden. Drei ganz unterschiedliche Katzen sowie zwei zutrauliche und aufmerksame Hunde begleiten Ihren Weg hin zu neuen Sichtweisen, die Ihnen letztlich dabei helfen, für Ihr Anliegen passende Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Die Institutstiere vermitteln Ihnen durch die freudige Begrüßung und das Akzeptieren Ihrer Kommandos, dass SIE jetzt wichtig sind. Die gesamte Aufmerksamkeit, die Sie sonst Ihren Angehörigen entgegenbringen, gehört nun Ihnen. Sie werden erleben, wie Sie durch die bestärkenden Aktionen der Tiere mehr und mehr Ihre eigene Kraft neu entdecken. Gleichzeitig strahlen die Tiere im Beratungsraum eine besondere Ruhe und behagliche Stimmung aus, sodass all das, was Sie aufwühlt, Stück für Stück wieder zur inneren Ruhe finden kann. 


Beratung mit tierischer Unterstützung oder ohne? -  Sie können frei entscheiden! 
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Unser Institut teilt sich in eine komplett tierfreie Zone, in der unsere Selbsterfahrungsangebote ohne tierische Begleitung stattfinden sowie in einen Bereich, in dem sich unsere Institutstiere aufhalten.