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Lernen am IFGE: „Mehr Praxis geht nicht“

Foto Lernen am IFGE: „Mehr Praxis geht nicht“

Warum ist gerade das Institut für ganzheitliches Erleben (IFGE) als Ausbildungsträger im psychosozialen Bereich derzeit so besonders beliebt? Antworten gibt’s im Interview mit Institutsleiterin Silvia Podlisca.

von Sonja Vorderdörfler

Das IFGE wächst und wächst: An mittlerweile drei Standorten finden parallel bis zu sieben wöchentliche Lehrgänge für die Diplomausbildung zur Lebens- und Sozialberatung – psychologische Beratung – statt. Aber wie kommt es, dass sich das Institut für ganzheitliches Erleben in den vergangenen Jahren so stark vergrößert hat? So viel sei verraten: Es gibt darauf mehr als nur eine Antwort.

Sie haben mit Ihrem Team derzeit alle unterrichtenden Hände voll zu tun. Wie erklären Sie Ihren Erfolg?

Silvia Podlisca: „Also Zauberei ist es keine, (lacht) auch wenn es für die Schüler*innen teilweise so wirkt, weil wir uns so rasch auf geänderte Vorzeichen einstellen. Aber es gibt ganz rationale Erklärungen, warum das IFGE im Bereich der psychosozialen Ausbildungen so begehrt ist: Ich achte penibel auf vier Säulen der Ausbildungsqualität. Eine Säule stellt neben der Herzlichkeit und Authentizität die fachliche Qualität dar. Meine Referent*innen sind Expert*innen auf ihren Gebieten und bilden sich genauso wie ich selbst regelmäßig fort, um Inhalte auf aktuellstem Wissensstand zu vermitteln.“

Gehaltvoller Unterricht ist also sehr gefragt. Aber was hat es mit den anderen drei Säulen auf sich?

Silvia Podlisca: „Die zweite Säule ist die digitale Weitsicht, mit der ich nicht nur einzigartige Unterrichtstools wie die Smartboards meine. Da geht es auch darum, digitale Möglichkeiten vorausschauend zu nutzen. Das hat uns während des Lockdowns im Frühjahr ermöglicht, den Ausbildungsbetrieb nahtlos online fortzuführen. Da dank meiner bereits vor Covid über datensichere und professionelle Telefon- sowie Videotools durchgeführten Beratungs- und Supervisionstätigkeit – z. B. für Klient*innen in den Niederlanden und Deutschland – konnte ich die vorhandene Infrastruktur sofort für die psychologische Beratung während des Lockdowns nutzen. Meine im Laufe der Jahre gewachsenen Erkenntnisse über diese Formen der Beratung habe ich ebenso umgehend an die Schüler*innen weitergeben. Diese haben damit von einem klaren Startvorteil in der telefonischen oder digitalen Beratung in Ausbildung unter Supervision profitiert. Die dritte Säule ist die Flexibilität: Parallel an mehreren Standorten laufende Kurse im wöchentlichen Modus bieten berufsbegleitend den größtmöglichen Spielraum, auch was das Nachholen versäumter Module angeht. Und die vierte Säule heißt: Viiiiiel Praxis!“

Wie viel Praxis ist im Ausbildungsbereich der Lebens- und Sozialberatung „viel Praxis“?

Silvia Podlisca: „Ich würde sagen, mehr Praxis geht nicht. (lacht) Das Besondere am IFGE ist, dass wir nicht nur qualitativ hochwertige Theorie vermitteln, sondern dass es mein Herzensanliegen ist, das LSB-Diplom an angehende Kolleg**innen zu überreichen, die in realitätsnahen Sequenzen üben konnten. Man muss sich vorstellen, dass unsere Schüler*innen bis zu 50 Beratungssequenzen im Laufe der Ausbildung üben! Hier zeigt sich auch einer der vielen Vorteile des bei uns einzigartigen wöchentlichen Modus: Im Gegensatz zur Wochenend-Block-Variante vergeht im Wochentakt nicht so viel Zeit zwischen den inhaltlichen Modulen. So fließen im Wochenkurs spätestens ab dem vierten oder fünften Semester unterschiedliche Module wie Krise, System oder Sexualberatung methodenübergreifend in den Übungsgesprächen ineinander. Außerdem können so nicht nur Erstgespräche, sondern auch zeitlich realitätsnah die wichtigen Folgegespräche geübt werden. Denn in der Realität kommen ja Klient*innen nicht nur einmal mit einem Thema in die Praxis. Es sollte in einer Ausbildung daher auch möglich sein, den entstehenden Prozess zu üben, wenn Klient*innen – wie in der freien Praxis – wöchentlich oder 14-tägig zur Beratung kommen.“

Oft scheint es ja genau die Praxis zu sein, die für angehende Berater*innen ein Schreckgespenst darstellt.

Silvia Podlisca: „Das ist richtig. Genau hier wollen wir mit unserem Angebot gegensteuern. Wir fördern die Praxis und damit auch die fachliche Tätigkeit im Rahmen des Gewerbescheins für die Selbstständigkeit. Dazu gehört, dass die dafür vorgeschriebenen 90 Stunden Gruppensupervision bereits im Ausbildungspreis am IFGE inkludiert sind. Wir haben durch unseren zusätzlichen Onlinemodus Möglichkeiten geschaffen, mit denen bis zu 600 Stunden der fachlichen Tätigkeit im Zuge der Ausbildung direkt am IFGE absolviert werden können. Wir unterstützen hier wirklich aktiv – so dass alle Schüler*innen, die eine freie Praxis anstreben, den Weg dort hin auch schaffen. Das war bis vor kurzem bei derzeit über 90 Schüler*innen teilweise eine logistische Herausforderung, aber eine, der ich mich von Herzen gerne gestellt habe.“

Sie sprechen in der Vergangenheit – ist die logistische Herausforderung jetzt eine andere?

Silvia Podlisca: „Glücklicherweise ja, denn seit Anfang des Wintersemesters 20/21 haben wir eine eigene Ausbildungssoftware. Gemeinsam mit Antje Stimpfl vom Software-Unternehmen Leichtware habe ich eine exakt auf das Institut zugeschnittene Software entwickelt. Damit steht uns jetzt ein selbsterklärendes und optisch ansprechendes Tool zur Verfügung, das es meinem Team und mir enorm erleichtert, den Überblick zu behalten und jederzeit die größtmögliche Transparenz zu bieten. Referent*innen können beispielsweise bei jeder geübte Beratungssequenz mit einfachen Klicks vermerken, welche Tools geübt, welche Interventionen gesetzt und welche beraterischen Maßnahmen getroffen wurden. Die Schüler*innen erhalten diese Sequenzen dann automatisch in ihrem persönlichen, datengeschützten Bereich und können diese dann für Protokolle sowie zur Übersicht mit einem Klick heranziehen.“

Auch die Schüler*innen haben einen ganz persönlichen Nutzer*innen-Bereich?

Silvia Podlisca: „Ja, das war mir wichtig, denn die Software war von Anfang an Bestandteil der dritten Säule – also Flexibilität. Dazu gehört, dass die Schüler*innen jetzt so flexibel wie nur irgendwie möglich zu jeder Zeit Einblick in alle Bereich ihrer Ausbildung und ihrer fachlichen Tätigkeit haben. Und zwar in Form grafischer Balken, die sich mit dem Fortschritt entsprechend bildlich füllen oder farblich verändern. Schüler*innen sehen auf einen Blick, wie ihre Leistung aktuell zu beurteilen ist und wo sie eventuell die 80 % Anwesenheit unterschritten haben – und mit einem Klick sehen sie auch sofort, wo und wann mögliche Ersatztermine für das entsprechende Modul stattfinden. Auch Peergroups können über die Software jetzt noch einfacher kursübergreifend organisiert werden. Jede Bestätigung kann von allen Schüler*innen in ihren persönlichen Bereichen zu jeder Zeit herunter geladen werden. So stelle ich mir Transparenz und Qualitätssicherung im digitalen Zeitalter vor.“

Es scheint, als würde die Software nicht nur Teil der dritten sondern auch der Säule der digitalen Weitsicht sein.

Silvia Podlisca: „Auf jeden Fall. Die Software macht es uns und den Schüler*innen noch leichter, dass wir uns auf Corona bedingte Einschränkungen so einstellen, dass niemand auch nur einen Tag am Weg zur Diplomprüfung verliert. Im Kalender zeigt sich den Schüler*innen in Echtzeit sofort durch eine geänderte Farbe deutlich, wenn ein Modul online stattfindet. So können auch im Fall von Quarantäne bestimmte Module digital nachgeholt werden. Das Tool protokolliert dabei die Stunden genau mit, damit wir die gesetzlich erlaubten Stunden pro Methode im Onlinemodus nicht überschreiten. Sobald ich den Kurs auf online stelle, bekommen außerdem alle Teilnehmer*innen sofort eine Mail, dass der Kurs online stattfindet und gleichzeitig erfahren sie in Echtzeit, ob durch das gesetzlich beschränkte Online-Unterrichtskontingent ein anderes Seminar vorgezogen wurde. Und auch die An- sowie Abmeldungen für fachliche Assistenz oder das Nachholen versäumter Module passiert jetzt über die Software und damit in Echtzeit. Wenn Schüler*innen also auf der Warteliste für ein Modul stehen, erhalten Sie postwendend die Info, dass ein Platz frei geworden ist, wenn sich jemand anderer abgemeldet. Auch wenn es eine intensive Entwicklungsphase über ein Jahr war – gelohnt hat sich die Software im Hinblick auf Qualität, Transparenz und Flexibilität auf alle Fälle!“

Am IFGE wird die digitale Weitsicht also jetzt auch noch in einer weiteren Form für die Schüler*innen greifbar: und zwar in Gestalt einer eigenen Institutssoftware. Mit dieser wohl bequemsten und ausführlichsten Ausbildungsübersicht werden sowohl das Lernen als auch das Sammeln der Stunden für die fachliche Assistenz am IFGE noch flexibler, noch einfacher, noch moderner und vor allem noch viel, viel angenehmer! Hier ein kleiner Einblick.



Silvia Podlisca
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