Happy Aging

Die gute Nachricht vorweg: Das biologische Alter ist nicht das ‚gefühlte‘ Alter. :)

 

Das ‚gefühlte‘ Alter richtet sich sehr nach der inneren Haltung und dem Lebensstil. In herausfordernden Zeiten ist es daher besonders wichtig, innerlich wieder zur Ruhe und zur eigenen Kraftquelle zu kommen, um mit den äußeren Umständen besser umgehen zu können.

 



Wir sehen nicht nur jünger aus als die Generation vor uns im gleichen Lebensalter, wir sind auch jünger! Durch die verbesserten Lebensbedingungen leben wir länger und, wenn wir das möchten, auch gesünder als unsere Vorfahren.

Dieses ‚mehr‘ an Leben bietet uns auch die Optionen, unsere Lebensziele und Lebensinhalte aktiv zu gestalten: Karriere, Kinder, Familie oder beides? Dieses selbstbestimmte Leben umfasst in der Kultur des Älterwerdens Themen wie Liebe, Sexualität und Partnerschaft im Alter, Beziehungen zwischen den Generationen, neue Wohnformen und Zusammenleben.

 

Durch das aktive Gestalten des Lebens und der Wille dazu, kann man auch in hohem Alter Berge versetzen. Veränderungen sind in jedem Alter möglich – kein Mensch trägt einen Stempel mit Verfallsdatum. :D 

Zustand der Ruhe

Dass man im ,Ruhe(zu)stand' altern kann und Zeit dafür hat, war nicht immer selbstverständlich. Menschen in den letzten Jahrhunderten mussten bis an ihr Lebensende hart arbeiten, um ihren Beitrag zu leisten und sich und die Familie ernähren zu können. Von einer Rente oder Pension war zu dieser Zeit noch keine Rede, ein halbwegs abgesicherter Ruhestand wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts mit Bismarcks Sozialgesetzgebung eingeführt, mit einem Rentenanspruch ab dem 71. Lebensjahr.

Aufgrund der stark gestiegenen Lebenserwartung und Lebensqualität gibt es heute erstmals eine Phase des Freiraums für erwerbstätige Menschen, bei gleichzeitiger geistiger und körperlicher Vitalität. Diese neue Lebensphase des Ruhestandes benötigt Vorbereitung, um nicht in den Pensionsschock zu fallen. Planen Sie am besten diese Zeit, zwei bis fünf Jahre vor der Pensionierung und auch den arbeitstechnischen Übergang mit Ihren Kollegen und Vorgesetzten gemeinsam.

 

Altern als körperlicher Vorgang

Nach wie vor ist das Geheimnis des Alterns nicht gelöst, es gehört zu den großen Rätseln der Wissenschaft, warum und wie wir altern. Mitunter entscheidend scheint ‚oxidativer Stress‘ zu sein, dem der Körper permanent ausgesetzt ist: Moleküle, die als Abfallprodukt des Stoffwechsels entstehen, wirken aggressiv auf Zellen und die Erbsubstanz DNA. Irgendwann kommt der Körper mit der Reparatur nicht mehr hinterher, so die Theorie, und Zellen werden zerstört.

Wie alt ein Mensch wird, bestimmen etwa zu 20 bis 30 Prozent seine Gene. Das bedeutet umgekehrt, dass das Lebensalter stark vom Lebensstil abhängt. Und das ist die gute Nachricht: Wir können unser Schicksal selbst in die Hand nehmen.

Etwa indem wir uns gut ernähren: ,Ob wir mit 80 oder Ende 50 sterben, ist im Prinzip ernährungsabhängig‘, sagt der Ernährungsmediziner Michael Ristow. ‚Es sind immer die gleichen Lebensmittel, auf die wir da kommen: Obst und Gemüse, ballaststoffreiches Getreide, wenig Fleisch‘, fasst Heiner Boeing, Leiter der Epidemiologie am Dife, die Ergebnisse zusammen. Vor allem den Ballaststoffen falle eine wichtige Bedeutung zu, etwa bei der Prävention von Typ-2-Diabetes sowie Magen- und Darmkrebs.

Eine ebenso wichtige Rolle, wie der Ernährung, schreiben Forscher der Bewegung zu. Körperliche Aktivität wirkt, ‚auch wenn man erst spät damit anfängt‘, sagt Wilfried Briest, Forschungskoordinator am Leibniz-Institut für Altersforschung in Jena. Ein 70-jähriger Ausdauersportler etwa hat ein ebenso leistungsfähiges Herz-Kreislauf-System wie ein 30- Jähriger, der nicht trainiert. Beim Sport kommt es nicht so sehr darauf an, was wir machen, sondern dass wir etwas machen. Für die meisten Menschen reichen schon 30 Minuten Bewegung am Tag.

Soziale Kontakte und Gespräche mit Familie und Freunden halten das Gehirn fit und den Geist jung. Bleiben Sie in Bewegung und trinken Sie dabei genügend Wasser über den Tag verteilt. Spaziergänge in der Natur und das Treffen mit Bekannten bringen wieder Freude in das Leben. 

 

Alle 1(0) Jahre wieder

Ein (runder) Geburtstag erinnert uns daran, dass wir älter werden. Jedes neue Lebensjahrzehnt steht für einen neuen Lebensabschnitt mit seinen ganz eigenen Herausforderungen – der Eintritt in die Schule, die Pubertät, das Erwachsenwerden, der Eintritt in das Berufsleben, die Kindererziehung, die Midlife Crisis, die mögliche Trennung vom Lebenspartner, die Wucht der Wechseljahre, die Pension. Wenn der Übergang in die nächste Lebensphase positiv gestaltet wird, steht einem glücklichen Altwerden, dem sogenannten ‚Happy Ageing‘ nichts mehr im Wege. Wie viele Menschen kennt man, die bezeichnend als ‚Mit dem Alter immer schöner werden!‘ beschrieben werden? Menschen, deren Ausstrahlung sich zum Guten wendet, mit jedem Lebensjahr (und jeder Falte ;)), das hinzukommt.

 

Sexualität und Alter

Sexuelle Gesundheit und sexuelles Wohl­ergehen haben einen großen Einfluss auf das allgemeine Wohl­befinden und sind für die meisten Menschen ebenso wichtig wie die Gesundheit.

Ängste und Hemmungen, gesammelte Er­fahrungen, alte Überzeugungen und Glau­bens­sätze, mangelnde Lust- und Liebes­fähigkeit, belastende Vorlieben oder Neigungen sowie sexualisierte Ge­walt kön­nen in Folge zu Konflikten, Lebenskrisen und schwerwiegenden Erkrankungen führen.

Ein befriedigendes Sexualleben schafft Lebensfreude und Vitalität.

Sexualität im Alter ist bis heute ein Tabuthema unserer Gesellschaft. Die jüngere Generation kann und mag sich nicht vorstellen, dass ihre (Groß)Eltern noch Sex miteinander haben. Das Verhalten basiert auch auf der sogenannten ‚inneren Schranke‘, dem Inzesttabu zwischen nahen Verwandten, welche evolutionsbedingt das Erbgut sichert. Der älteren Generation wird durch diese Bewertungen vermittelt, dass sie sich lächerlich machen und Sex im Alter peinlich ist. Die Jüngeren nehmen die Position der Eltern ein und machen ihren Eltern und Großeltern Vorschriften was erlaubt ist und was nicht. Das geht soweit, dass sich Kinder vehement gegen einen neue Beziehung der Eltern aussprechen und diese als ‚senile Dummheit‘ entwerten.

Sex im Alter kann jedoch auch ein Genuss sein, jeder Mensch empfindet Liebe und fühlt das Verliebt sein, egal ob alt oder jung. Sexualität gehört als Ausdruck von Lebensfreude und Vitalität dazu. „Alte Menschen verlieren nicht das Bedürfnis berührt zu werden, sondern sie verlieren Mitmenschen, die sie berühren“, sagt Mag. Monika Wild vom Österreichischen Roten Kreuz.

Sex im höheren Alter unterscheidet sich nicht zum Nachteil von dem jüngerer Menschen: Man braucht sich keine Gedanken mehr um die Verhütung machen, die Orgasmusfähigkeit ist mitunter sogar besser, weil psychische Belastungen wie Job, Haushalt, Kindererziehung etc. wegfallen. Die emotionalen und körperlichen Bedürfnisse verlagern sich: Körperliche Spitzenleistungen werden sekundär - Nähe wird wertvoller. Diese muss sich nicht durch einen Orgasmus ausdrücken. Hautkontakt, Zärtlichkeit, das partnerschaftliche Füreinander, im Sinne von Geborgenheit, bekommen eine größere Bedeutung. Das Wohlbefinden rückt immer mehr in den Vordergrund.

 

Quellen:

http://karrierenews.diepresse.com/home/karrieretrends/756938/Pensionsschock_Und-plotzlich-bist-du-niemand-mehr

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/04/Alter-Ewige-Jugend/komplettansicht

http://www.ifge.at/selbsterfahrungsangebote/sexualberatung/

http://gesund.co.at/sexualitaet-im-alter-gesundheit-genuss-lust-liebe-11604/

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