Kann Musik Stress bei der Arbeit vorbeugen?

Musik hören? JA - aber immer nur so, dass sie keinen anderen stört. Also Kopfhörer nicht vergessen!
Musik hören? JA - aber immer nur so, dass sie keinen anderen stört. Also Kopfhörer nicht vergessen!

Wer kennt nicht die Situation, dass man sich auf etwas konzentrieren möchte oder sogar muss, aber aufgrund zahlreicher Ablenkungen, vor allem von störenden Nebengeräuschen, scheint dies unmöglich.
Immer mehr Menschen greifen deshalb auch im Arbeitsalltag auf Musik zurück. Aber kann Musik in solchen Situationen überhaupt helfen?

Die gute Nachricht gleich vorweg: Ja, sie kann! „Wir fühlen uns innerlich verändert, umgewandelt, wenn wir Musik hören“, schrieb Aristoteles. Die Klänge und Schwingungen der Musik wirken auf unseren gesamten Organismus und können – natürlich je nach Musikrichtung und Lautstärke – beruhigend auf uns wirken.

 

Aber nicht immer und nicht für alle Menschen im gleichen Maße. Grundsätzlich gilt aber, dass es besser ist etwas zu hören, das man selber hören will, als von nicht beeinflussbaren Geräuschen abgelenkt zu werden. Paradoxerweise sorgt ausgerechnet Musik, also wieder ein Geräusch, für innere Ruhe! Dazu kommt, dass durch gute Kopfhörer nicht nur die Außengeräusche weiter ausgeblendet werden, sondern gleichzeitig der eigene Musikgenuss auch niemand anderen stört. Denn eines ist klar, nicht jedem gefällt das Gleiche – und deshalb ist es besonders wichtig, auf seine Kollegen und Kolleginnen Rücksicht zu nehmen.

Das Gehör ist immer in Betrieb
Aber weshalb ist das Hören von Musik eigentlich sinnvoll? Arbeitsmediziner bestätigen, dass unser Gehirn an und für sich für „natürliche Schallwellen“, also z. B. Blätterrauschen oder eben auch Musik, gebaut ist. Musik löst Emotionen aus und wurde daher schon früh für die Heilung von Krankheiten und Unwohlsein eingesetzt. Darauf fusst auch die Musiktherapie, die oft ergänzend zur Psychotherapie eingesetzt wird. Musik soll laut Forschern die Produktion des Hormons Dopamin fördern – ein Botenstoff, der ein angenehmes Wohlgefühl auslöst.

 

Jeder unnatürlich erzeugte Lärm, wie das Dröhnen einer Baustellenmaschine, aber auch das ständige Rauschen einer Belüftung oder Klimaanlage, wird vom Gehirn als störend empfunden.
Besonders störend wirkt dabei konstanter Lärm, da sich diese Geräusche niemals komplett ausblenden lassen. Das Gehör lässt sich eben nicht einfach auf Knopfdruck abschalten, sondern ist 24 Stunden am Tag in Betrieb. Und so werden diese Geräusche zwar nur unterbewusst wahrgenommen, sorgen im Gehirn aber trotzdem für eine Reaktion. Und diese Reaktion nehmen wir am Ende als „Stress“ wahr.


Geräuschkulisse selbst steuern
Damit man nun diesen Stress mindern kann, ist es durchaus sinnvoll, Störgeräusche mit Musik, die einem gefällt, zu unterdrücken. Denn was man hören will, ist zumindest besser als nervtötender Lärm, den man ertragen muss!
Trotz allem: So verschieden und unterschiedlich die Fähigkeiten auch sind, störenden Umgebungslärm zu unterdrücken – so sinnvoll ist es natürlich, unnötigen Lärm von vornherein zu vermeiden. Geschlossene Türen oder das Ausschalten des ein oder anderen Gerätes im Büro sorgt oft schon für einen überraschenden Ruhepol.

Kein Wunder also, dass es manchmal so richtig Spaß macht, in den wunderschönen Klangfarben der Musik zu baden und sich vom lärmenden, diffusen Außen wegtragen zu lassen. Und die paar Glücksgefühle, die nebenbei produziert werden, sind ein netter Bonus. In diesem Sinn also: Hören Sie Musik – aber stören Sie damit niemand anderen ;-)

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