Jeder kann helfen – jede Hilfe zählt!

Mehr als 51 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht - so viele, wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Gerade bei uns in Österreich ist, nicht zuletzt auf Grund der dramatischen Ereignisse der letzen Woche, das Thema einmal mehr in den medialen Mittelpunkt gerückt. Immer mehr ÖsterreicherInnen zeigen sich nun auch mit den schutzsuchenden Männern, Frauen und Kindern solidarisch und möchten helfen. Allerdings ist gut gemeint nicht automatisch gut gemacht. Und die beste Hilfe ist immer die, die auch tasächlich dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Aber wie hilft man am besten?

Je mehr Menschen in Österreich Schutz suchen, desto mehr wollen ihnen dabei helfen: Freiwillige verteilen in Traiskirchen Kleiderspenden, manche nehmen sogar Flüchtlinge bei sich auf, andere wieder geben Deutschunterricht. Das ist, zwischen all den Meldungen von fremdenfeindlichen Protesten vor Asylwerberheimen, eine gute Nachricht.

Genaue Zahlen und Statistiken zu Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit fehlen aber bei uns in Österreich bisher. Das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung hat in Deutschland 70 Organisationen befragt, und kam im April zu dem Ergebnis, dass die Zahl der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer in den vergangenen drei Jahren stark gestiegen ist – parallel mit der Zahl der Flüchtlinge seit dem Beginn der Syrien-Krise 2011. Man kann davon ausgehen, dass dies für Österreich ähnlich zutreffend sein wird. NGOs (Non Government Organisations – vom Staat unabhängige Institutionen) wie die Caritas bestätigen jedenfalls, dass in den letzten zwei Jahren die Zahl an Freiwilligen, die sich bei verschiedensten Anlaufstellen melden, stark gestiegen ist. Dabei sind Kleiderspenden, Deutschunterricht, aber auch Amtsbegleitung, häufige Angebote mit denen Bürger sich engagieren.

Viele freiwillige Initiativen entstehen auch aus der Not heraus, dass die Hilfe seitens der öffentlichen Hand und seitens der Politik schleppend bis gar nicht anläuft. Zahlreiche Menschen organisieren daher in Eigenregie Sammelaktionen und liefern Kleidung, Lebensmittel und besonders die dringend benötigten Sanitärartikel direkt in Flüchtlingslager und organisieren sogar die Verteilung dort vor Ort.
Verständlicherweise kann oder will das aber nicht jeder machen. Nichtsdestotrotz kann auch ohne großen Aufwand viel an Hilfe geleistet werden.

Aber was wird wirklich gebraucht, welche Hilfe ist am notwendigsten?

Das womöglich größte Problem stellt nach wie vor die Unterbringung der Asylsuchenden dar. Wohnraum wird also dringend gebraucht.

Die Internetplattform www.fluechtlinge-willkommen.at bietet genau das an. Und zwar im privaten Bereich! Die Unterbringung von geflüchteten Menschen in privaten Unterkünften hält für beide Seiten Vorteile bereit: Die Flüchtlinge wohnen in einer angemessenen Unterkunft, finden besser Anschluss und lernen schneller die Sprache. Die „Vermieter“ wiederum lernen eine andere Kultur kennen und helfen Menschen in einer schwierigen Situation. Besonders interessant dabei ist, dass sich die Plattform auch um Unterstützung bei der Finanzierung der Miete kümmert.


Nach wie vor gefragt sind auch Sachspenden. Dabei werden vor allem Männerkleidung und Schuhe, Hygieneartikel (Handtücher, Waschzeug, Zahnbürsten, etc.) sowie Bettwäsche benötigt. Auch für Kinderkleidung und Windeln besteht große Nachfrage.

 

Infos dazu finden Sie bei Humanität.org, einem Hilfsprojekt zum Thema Sachspenden, dem INTEGRATIONSHAUS unter www.integrationshaus.at, bei der CARITAS unter www.caritas-wien.at, dem DON BOSCO Flüchtlingswerk unter www.fluechtlingswerk.at oder mit der Aktion Menschlichkeit des Samariterbundes unter www.samariterbund.net/aktion-menschlichkeit/sachspenden. Oft ist es besser, sich im Vorfeld bei diesen Organistionen zu informieren, was genau benötigt wird. Darüberhinaus sind NGOs auch in der Lage, Spenden nicht nur lokal, sondern in ganz Österreich zu verteilen. Damit wird die Sachspende noch wertvoller!

Und für alle, die weder Wohnraum noch Sachspenden leisten können bleibt die einfachste Form der Hilfe: Geldspenden! Die oben genannten Institutionen nehmen auch diese gern entgegen.

 

Wer Hilfe leisten will, der kann das auch!
Als Fazit bleibt, dass wer helfen will, auch helfen kann. Jeder einzelne Euro, jede Spende, jede Geste zählt und zeigt Menschen, die tausende von Kilometern unter größten Gefahren zurückgelegt und nicht selten alles verloren haben, was sie vorher besaßen, dass wir als solidarische Gemeinschaft zu ihnen stehen und sie mit dem erlittenen Schicksal nicht alleine lassen.
Und auch jedem noch so kleinen Unternehmen muss es möglich sein, sich zumindest öffentlich zu positionieren oder monetär Hilfe zu leisten. Nicht zuletzt sollten Firmen auch daran denken, dass Spenden steuerlich absetzbar sind – womit auch die allerletzte Ausrede nichts tun zu können nicht mehr greift!

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